Anwendungsbeispiel

Die Herstellung von Mikropfählen erfolgt durch den Einbau eines Stahltraggliedes (der Bewehrung) in ein Bohrloch, in der Regel mit Bohrverfahren und anschließendem Verpressen. Das Bohrloch muss gegen Einfallen stabilisiert werden, um einen frei stehenden Ringraum zum späteren Verpressen sicherzustellen. Die Bohrlochstabilisierung und der Einbau des Stahltraggliedes erfolgt mittels einer Zementsuspension.
Nach dem Einbau des Stahltraggliedes wird der Ring-
raum zwischen dem Stahltragglied und dem Boden oder Fels mit Zementmörtel (Wasser-Zement-Gemisch ohne oder mit Zuschlagstoffen) unter Druck verpresst und damit der Verpresskörper hergestellt.

Dieser erfüllt zwei Funktionen:
- Übertragen der Kräfte vom Stahltragglied in den Boden oder Fels
- die Ummantelung schützt den Stahl (ph-Wert) vor Korrision

Bei Mikropfählen spricht man von einem dynamischen Verpressen. Mikropfähle überschneiden sich in ihren Anwendungen teilweise mit Bodennägeln (DIN EN 14490).

Anwendungen

  • Gründungen und Nachgründungen

  • Verstärkung bestehender Tragwerke

  • Unterfangungen

  • Verringerung von Setzungen oder Verschiebung

  • Rückverankerungen

  • Baugrundbewehrungen

  • Auftriebssicherungen

  • Verbesserung der Standsicherheit von Geländesprüngen und Böschungen

Übersicht rasterförmig eingebauter Mikropfähle als Teil der Gründung für eine tragende Betonbodenplatte
Einbau von Mikropfählen zur Setzungsreduzierung eines hochbelasteten Fundamentblocks
Aufbau zur Probebelastung eines Mikropfahls im Rahmen einer Funktions- und Qualitätsprüfung
In die Bewehrung der Bodenplatte eingebundener Mikropfahl mit Kopfplatte zur Lastweiterleitung in den Baugrund